Am vergangenem Freitag habe ich einen kleinen Test gestartet, um herauszubekommen, wie sehr sich die Messergebnisse von Besucherstatistiken unterscheiden. Dabei wurden unterschiedliche Anwendungen gewählt um letztendlich die gleichen Merkmale (PageImpressions & Visits) zu erfassen. Meine Vorgehensweise und Ergebnisse gibt es in diesem Artikel.
Testumgebung: Als Testumgebung habe ich die Internetseite eines befreundeten Webmasters verwendet. Gemessen wurde jedoch nicht auf der gesamten Webseite, sondern lediglich in einem kleinem Bereich, der etwa 10% des gesamten Besucheranteils ausmacht.
Ich habe am Freitag den - für die Erfassung benötigten - unveränderten Javascript-Quellcode mit Zählpixel von
PhpMyVisites,
Piwik,
Google-Analytics und der
INFOnline GmbH eingefügt und am Sonntagabend wieder entfernt.
Auswertungszeitraum: 27.02.2010 00:00 Uhr bis 28.02.2010 00:00 Uhr
Fehlerquellen: Ich kann nicht garantieren, dass bei der Messung keine Fehler aufgetreten sind. Ich halte die Zahlen aber durchaus für plausibel. Fehlerquellen, die ich nicht ausschließen kann sind nachfolgend genannt.
• Serverneustart
• Serverüberlastung
• DNS Fehler
• Browserplugins oder Einstellungen, die das nachladen von Scripten bzw. Dateien unterbinden.
Messergebnisse
Auswertung: Die Abweichungen scheinen auf den ersten Blick nicht sonderlich groß zu sein; auf den zweiten Blick werden die Unterschiede riesig. Wenn wir das SZM-Verfahren mit PhpMyVisites vergleichen, können wir eine Differenz von 489 PIs ausmachen. Diese Abweichung ist nicht gerade unerheblich wie ich finde, denn auf ein ganzes Wochenende gerechnet, macht das schon fast 1000 PIs aus. Wer einen hohen TKP bezahlt hat natürlich auch das Interesse daran, dass fair abgerechnet wird. PhpMyVisities würde ich derzeit nicht für solch eine Abrechnung in Betracht ziehen. Die Differenz der Page Impressions von GA, SZM und Piwik ist wesentlich geringer. Doch wenn man diese Zahlen auf den Monat hoch rechnet und sich vor Augen hält, dass wir hier nur einen sehr kleinen Teil eines Internetportals betrachten, wird man feststellen, dass auch diese Abweichungen ziemlich groß sind.
Für die Visits (Besuche) kann man Grundsätzlich ähnliche Aussagen treffen. Auch hier weichen Zahlen ein wenig voneinander ab. Die Zahlen in den Klammern beziehen sich auf eindeutige bzw. einmalige Besucher. Bei Google-Analytics war es leider nicht möglich die Visits für den jeweiligen Seitenbereich auszugeben.
Fazit: Wie zu erwarten war, weichen die Messergebnisse teilweise stark voneinander ab. Für Werbetreibende sind in der Regel die Zahlen der
IVW und AGOF internet facts interessant und aussagekräftig. Diese werden mit dem SZM-Verfahren ermittelt, welches unter Werbetreibenden anerkannt ist. Die Teilnahme an diesem Verfahren ist jedoch nicht ganz billig und eignet sich nicht wirklich für kleinere Webseiten. Eine alternative für kleine Webseiten wäre demnach Piwik, da es plausible Zahlen ausweist, kostenfrei verfügbar ist und sich an deutsche Datenschutzbestimmungen anpassen lässt. Von Google-Analytics würde ich grundsätzlich abraten, aber dazu schreib ich vielleicht später nochmal was.